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Ingolf Ellßel war von 1996 bis 2008 Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). Seit 2001 ist er Vorsitzender der Europäischen Pfingstbewegung (PEF).


1. In Apostelgeschichte 2,4 steht geschrieben: "Und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab". Es ist das Anfangszeichen oder das Zeugnis für die Taufe im Heiligen Geist. Es ist das übernatürliche Zeichen, wie es in der Bibel verheißen wurde. Jeder, der so "im Geist betet", macht sich selbst und anderen bewusst, dass Gott sein Wort immer noch erfüllt. In Apostelgeschichte 10,46 lesen wir, woran die jüdischen Christen erkannten, dass die Heiden im Hause Kornelius den Heiligen Geist empfangen hatten. "Sie hörten sie in Zungen reden und Gott hoch preisen"

2. In der Bibel wird uns unter anderem ein geistliches Ergebnis der Zungenrede mitgeteilt: Wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst (1. Korinther 14,4). Die urtextliche Bedeutung von Erbauung kann man aus der modernen Sprache auch mit "aufladen" besser wiedergeben. Es geht hierbei um geistliche Kraftaufladung des inneren oder neuen Menschen. Der wird ja nicht ständig ab- und wieder aufgebaut, sondern er lässt im Alltag Kraft und bedarf neuer Kraft. Andere Bibelausleger sprechen hier vom "auftanken".

3. "Wenn ich in Zungen bete, so betet mein Geist..." (1. Korinther 14,4). Die Bibel lehrt uns, dass der Mensch im Garten Eden durch den Sündenfall im Geist gestorben ist. Jesus predigt die Wiedergeburt des menschlichen Geistes (Johannes 3,6-7). Alle Gaben, die Gott dem Menschen geschenkt hat, müssen durch Training entwickelt werden. Der Körper, Verstand, usw.... auch der wiedergeborene Geist. Die Zungenrede lässt den Geist beten. Ein wunderbares Training mit guten geistlichen Folgen.

4. Der Verstand darf sich Ausruhen, "...aber mein Verstand ist ohne Frucht"                (1. Korinther 14,14). Wir sind von Kind an in der Verstandesschulung. Die Verstandesprüfungen schlagen sich jahrelang in den Zeugnissen nieder. Wer im Leben durchkommen will, muss denken, schnell und genau. Das sind gewichtige Prägungen. Jetzt sagt uns die Bibel: "Verlass dich nicht auf deinen Verstand..."(Sprüche 3,5). Ja, das ist eine vertrauensvolle Beziehung zum Herrn, der Macht hat im Himmel und auf Erden. Zungenreden schafft Vertrauen im Geist zu Gott. Dabei darf der Verstand ausruhen und wird nicht ein für allemal abgeschaltet. Gott bewahre, dass wir auch nur eine seiner Gaben missachten.

5. Die Zungenrede erinnert uns an die Gegenwart von Gottes Geist. Der Vater gibt uns einen Beistand, seinen Heiligen Geist, den die Welt nicht beachtet noch erkennt; ihr aber kennt ihn denn er bleibt bei euch und wird in euch sein (Johannes 14,16-17). In einer Pastorenfamilie bekam ich ungewollt einen Wutausbruch der 17-jährigen Tochter mit. Als sie schreiend in die Stube kam und mich dort sitzen sah, wurde sie rot und entschuldigte sich beschämt. Ich wies sie auf den Heiligen Geist hin, der in ihr wohnte und gab ihr den Rat, sich vor ihm und nicht vor mir zu schämen. Wer in Zungen betet, hat einen hörbaren Beweis der Gegenwart des Heiligen Geistes in seinem Körper.

6. Wenn wir in Zungen beten, sind wir in Übereinstimmung mit Gottes vollkommenen Willen. "Ebenso kommt aber auch der Geist unserer Schwachheit zur Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollten, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht... vertritt die Heiligen so". Was hier in Römer 8,26-27 steht, ist ein weiterer Beleg des guten Gebets in Zungen. Wir wissen oft nicht, aber der Geist weiß. Dies kann sich aber auch im gelenkten Gebet in unserer verständlichen Sprache ereignen. Manchmal auch über Bitten und Verstehen.

7. Ebenfalls wird der Glaube gestärkt. "Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist" (Judas 20). Wem der Glauben schwindet, wer in großer Anfechtung steht, und wer vor wichtigen Entscheidungen steht, darf sich im Glauben stärken und erbauen.

8. "Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde..." hier hören einige Ausleger auf die Bibel zu zitieren. Aber es geht weiter "...er rede aber für sich selbst und zu Gott." (1. Korinther 14,28). Der Volksmund sagt: "Reden ist Silber Schweigen ist Gold" Nun, wo viel geredet wird, geht es ohne Sünde nicht zu. Die Zunge des Menschen ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Gifts (Jakobus 3,7). Wie groß ist die Sehnsucht nach einer Sprache mit der man noch nicht gesündigt hat. Im Alltag sollten wir unser loses Mundwerk zügeln, aber innerlich für uns zu Gott in Sprachen beten. Kein Schaden nach Außen, aber Gewinn nach Innen.

9. Wer so im Geist betet, redet Geheimnisse mit Gott (1. Korinther 14,2), Wie gut, dass wir nicht alles wissen müssen. Vieles klärt sich auch ohne unser Sorgen. Oft wissen wir nicht, wie wir beten sollen, aber im Geist reden wir die Geheimnisse unserer Lebenssituation und Herausforderungen zu Gott. Im Geist werden wir in Kommendes eingeweiht, welches sich durchaus in prophetische Wahrnehmung niederschlägt. Innere Gewissheit entsteht, über Vorgänge die wir nie gesehen noch verstanden haben. "Denn Gottes Geist gibt unserem Geist Zeugnis, dass wir Gottes Kinder sind." (Römer 8,16).

10. Wer im Geist betet, erfährt Danksagung zu Gott, ohne dass die Worte ausgehen. In 1. Korinther 14,17 lesen wir in der Abhandlung des Paulus von der Tatsache, dass wir im Geist lobpreisen und lobsingen können. Wie oft und schnell geht uns das Vokabular aus, um Gott einen gebührlichen Dank zu bringen. In Vers 17 gebraucht Paulus den Ausdruck "Du magst wohl schön danksagen". Und er schließt sich der Auffassung an, dass der Lobpreis im Geist grundsätzlich schön ist und Sinn hat.


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